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Weltgebetstag der Frauen von Vanuatu im Dekanat Wittlich

Ablauf - Telefon-Gottesdienst am 14. März, 11:30 Uhr

Ankomm-Musik: Pacific Dream-Instrumental (Lied 01, CD, Teil1)

Welcome I (Armin)                                                                      

  • Wir feiern Telefongottesdienst, das heißt wir feiern nach Corona-Regelnzu Hause am Computer, am Tablet, am Telefon;ebenfalls coronakonform wurde die Feier heute erarbeitet.
  • Vorbereitet wurde der Gottesdienst von Frauen aus dem Dekanat Wittlichmit Ideen von Frauen aus Vanuatu zum Weltgebetstag der Frauen weltweit.
  • Jedes Jahr gibt es den Weltgebetstag der Frauen.
  • Der Weltgebetstag ist die größte ökumenische Basisbewegung von Frauen.Jedes Jahr schreiben Frauen aus einem anderen Land der Welt die Gottesdienstordnung dazu.
  • Der Weltgebetstag findet jeweils am ersten Freitag im März statt.
  • Schon lange war geplant, dass es in diesem Jahr auch von vor Orteine mediale Form dieses Gottesdienstes gibt, damit es trotz Corona für viele die Möglichkeit der Mitfeier gibt; angesetzt haben wir sie für ungefähr eine Woche nach dem Weltgebetstag, um keine Konkurrenz zu anderen Feierformen vor Ort zu schaffen.
  • Wir von der Marienburg sind froh über diese Möglichkeit.Denn in der vergangenen Woche wurde mitgeteilt,dass das Bistum unsere Marienburg ab 2024 schließen bzw. abgeben wird.Wir sind immer noch geschockt und unendlich traurig,wir leiden und haben am vergangenen Sonntagaus der Not heraus einen Notgottesdienst gehalten.Auch für heute wäre es uns schwer gefallen, einen Gottesdienst „zu feiern“.So sind wir dankbar, dass Frauen aus Vanuatu und aus dem Dekanat Wittlichuns und Euch allen als Telefongottesdienstgemeindeihren Gottesdienst zur Verfügung stellen.
  • Alle am Telefon sind wie immer stumm geschaltet.
  • Alle dürfen (darum) auch mitsingen und mitbeten.
  • Lieder und Texte des TelGoDi finden sich auch auf der Homepagewww.jugend-marienburg.de
  • Wem die Leitung gekappt wird: einfach noch mal neu einwählen.Wenn länger als 30 Sekunden nichts gesprochen wird,wurde die Verbindung versehentlich beendet.

Einladung nach Vanuatu vor dem Gottesdienst (Bianca)

Herzlich willkommen zum Telefongottesdienst. Heute feiern wir ihn mit Ideen, Gedanken und Texten von Frauen aus Vanuatu, die den diesjährigen Weltgebetstag der Frauen weltweit vorbereitet haben. Denn viele aus unseren Gemeinden konnten coronabedingt am 5. März an keinem Gottesdienst vor Ort teilnehmen. So sind wir dankbar, dass wir heute, gut eine Woche nach dem offiziellen weltweiten Termin, mit der Unterstützung des Telefongottesdienst-Teams der Marienburg diesen Gottesdienst von Frauen für Frauen und alle Interessierten feiern können.

Wir entführen Euch darum heute nach Vanuatu. Vanuatu bedeutet „Unser ewiges Land“. Die Republik Vanuatu, gegründet 1980, ist ein Inselstaat zwischen Australien und Fidschi im Südpazifik. Die 83 Inseln sind ein Paradies: Türkis-blaues Meer, vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, Vulkane und Regenwald. Weniger paradiesisch sind Erdbeben und Stürme, die das Land immer wieder treffen:  Zyklon Pam zerstörte 2015 große Teile des Landes, Menschen starben; im Frühjahr 2020 folgte Zyklon Harold. Die Inseln im pazifischen Ozean sind wie kein anderes Land vom Klimawandel betroffen, - obwohl sie keine Industrienationen sind und selbst kaum CO2 ausstoßen! Aus Sorge ums Leben auf unserer gemeinsamen Erde und ihr Überleben auf den Inseln fragen die Frauen aus Vanuatu: „Worauf bauen wir?“ Im Gleichnis vom klugen und törichten Hausbau in Matthäus 7, 24-27 finden sie Antwort.

Die Frauen aus Vanuatu sind stolz und freuen sich, dass die Welt auf sie schaut und sie ins Gebet nimmt!

 

Eröffnungslied: Seid willkommen (Lied 14 von CD, Teil 2)

 

Liturgische Eröffnung/Begrüßung (Bianca)

Die Ni-Vanuatu, so nennen sich die Einwohner*innen, leben aktiv die traditionelle Kultur

und zugleich das Leben der globalisierten westlichen Welt.

Das Nationalmotto in Bislama, der vereinenden Sprache Vanuatus,

lautet „Long God Yumi Stanap“ und bedeutet „Mit Gott bestehen wir“.

Dies wurde uns auch im Lied von Vanuatu soeben zugesagt:

Seid willkommen. Gott will Segen auf uns legen, ist uns nahe, wenn wir beten.

So beginnen wir in seinem Namen diesen Gottesdienst,

+ im Namen des Vaters und des Sohnes und der Heiligen Geistkraft. Amen.

 

Phantasie-Reise (Anne)

Wir laden Euch ein, mit uns nach Vanuatu zu kommen.

Dort erwartet dich ein wahres Südseeparadies.

mit traumhaftem Sandstrand und glasklarem Wasser.

Du stehst auf dem warmen, weichen Sand

und spürst die angenehmen Sonnenstrahlen auf deiner Haut.

Du kannst die frische Meeresbrise riechen.

Du atmest sie tief ein.

Sie ist salzig und erfrischend.

Du schaust auf das blaue Meer.

Dort gibt es eine Vielfalt an exotischen Fischen und Korallen.

Du hörst das Meeresrauschen und die Möwen über dir.

Die kleinen Wellen, die an dem Strand gespült werden,

erfrischen und kitzeln zugleich auf angenehme Weise deine Füße.

Nach einer Weile siehst du dich um.

Du siehst am Strand hinter dir hohe Kokospalmen.

deren Blätter sich wie Dächer ausbreiten und Schatten spenden.

Dahinter erstreckt sich der tropische Regenwald mit einem Überfluss an Früchten

und überall siehst du freundliche Gesichter, die dich willkommen heißen.

Ein wenig kannst du nun erahnen,

warum die Menschen auf Vanuatu mehrere Jahre an erster Stelle

der Glücksskala weltweit standen.

 

Lied: Pacific Dream-Instrumental (Lied 01, CD, Teil1)

 

Wir wollen beten: (Annerose)

Guter Gott,

du sagst uns zu: Ihr könnt auf mich vertrauen.

Du hast Himmel und Erde in ihrer ganzen Fülle geschaffen.

Von Anfang an bist du in unserer Geschichte gegenwärtig.

Wir danken dir für die großen und wunderbaren Dinge in unserem Leben.

Du gibst uns Verantwortung, Weisheit, Wissen und Verständnis,

damit wir für alles, was uns wichtig ist,

Sorge tragen können.

Wenn wir uns auf dich ausrichten,

nehmen wir die Beziehungen zu allen Menschen

in deine Gegenwart hinein.

Wir bitten dich, dass du für alle Menschen da bist und uns zusagst:

„Ihr könnt mir vertrauen“.

Amen.

 

Wir hören nun ein Wort aus der Bibel. (Ulrike)

Wir hören einen Abschnitt aus dem Matthäus-Evangelium. (Mt 7,24-27)

Der heutige Bibeltext steht am Ende der Bergpredigt, in der es darum geht,

wie wir weise leben und ins Reich Gottes gelangen können.

Damals sprach Jesus zu denen, die ihm folgten:

Alle, die nun meine Worte hören und entsprechend handeln,

werden einer klugen Frau, einem vernünftigen Mann ähnlich sein,

die ihr Haus auf Felsen bauten.

Und Regen fällt herab, es kommen reißende Flüsse,

Stürme wehen und überfallen dieses Haus – und es stürzt nicht ein!

Denn es ist auf Felsen gegründet.

Alle, die nun meine Worte hören und sie nicht befolgen,

werden so unvernünftig sein wie eine Frau oder ein Mann,

die ihr Haus auf Sand bauten.

Und Regen fällt herab, es kommen reißende Flüsse,

Stürme wehen und prallen an dieses Haus,

 – da stürzt es in einem gewaltigen Zusammenbruch ein.

Wort des lebendigen Gottes. Dank sei Gott.

 

Überleitung zu den Statements (Bianca)

Voneinander zu hören und zu lernen,

ist das Ziel der Weltgebetstage der Frauen weltweit.

Auch in diesem Jahr ist es für mich wieder faszinierend,

welche wertvollen Gedanken und Einblicke in ihr Leben und ihren Glauben

uns die Frauen aus Vanuatu schenken.

Hören wir ihre Impulse zum heutigen Evangelium.

 

Statements

Rhetoh: (Frau Melchior)

Ich spreche für Rhetoh. Sie erzählt: Ich bin das 2. Kind einer achtköpfigen Familie. Ich verließ die Schule am Ende der 6. Klasse, weil es für meine weitere Ausbildung kein Geld mehr gab. Meine Familie konnte nur meinen älteren Bruder zur Schule schicken, nicht aber mich. Ich bin eben die Zweitgeborene und ein Mädchen. Eines Tages hörte ich von einem Nähkurs für Mädchen am Ort. Ich bewarb mich und wurde angenommen. Aber mein Vater konnte das Kursgeld nicht bezahlen. Ich war total entmutigt- ich hatte ja kein eigenes Geld.

            Ich wollte unbedingt weiterlernen, aber im offiziellen Schulsystem war das nicht möglich. Ich bin zur Kirche gegangen, um meinen Durst nach Bildung zu stillen. Ich schloss mich der Jugendgruppe an, nahm an Bibelstunden teil und engagierte mich später in der Frauenarbeit. Meine Hartnäckigkeit und mein Glaube an Gott haben mich Wege finden lassen, mich selber weiterzubilden. Und ich habe auch etwas gelernt, womit ich meinen Lebensunterhalt verdienen und für meine Familie sorgen kann.

            Mit meinem neu erworbenen Können verkaufe ich jetzt Handarbeiten auf den „Mama-Märkten“ zusammen mit anderen Frauen, die wie ich wenig Zugang zu Bildung hatten. Ich kümmere mich um meine Familie, mit der mich Gott gesegnet hat. Mein Mann und ich haben 3 Kinder. Ich preise Gott für allen Segen, den ich in meinem Leben erfahren habe. Ich danke Gott. Er ist die Quelle meiner Kraft. Er hat mir geholfen, das Gelernte in die Tat umzusetzen. Gott hat mich stark und klug gemacht.

 

            Auf dem Land haben viele Kinder weite Schulwege. Einige müssen deshalb schon in sehr jungen Jahren die Familie verlassen und im Internat leben. Es gibt keine allgemeine Schulpflicht. Unterrichtet wird entweder auf Französisch oder Englisch. In ländlichen Gebieten sprechen die Menschen ihre eigenen Sprachen. In der Stadt benutzt man die Sprache Bislama, um sich zu verständigen. Der gleichberechtigte Zugang zur Schule für Jungen und Mädchen ist noch nicht erreicht.

 

Liedruf 5: Hilf Hören und Handeln (Lied 24, CD, Teil 2)

 

Mothy: (Frau Grünewald)

Ich spreche für Mothy, sie erzählt: Mein kleiner Bruder und ich sind bei meiner allein erziehenden Mutter aufgewachsen. Als meine Mutter wieder heiratete, ließ sie uns bei unseren Großeltern. Dann heiratete mein Vater wieder und nahm uns mit in seine neue Familie. Als aber unsere Stiefmutter eigene Kinder bekam, änderte sich ihre Einstellung zu uns völlig.

            Nun gab es noch mehr Kinder, die essen wollten, und der Platz im Haus reichte nicht für alle. Deshalb musste ich ausziehen und mein Essen auf der Straße suchen, ich musste sogar außerhalb des Hauses in einer Hütte schlafen. Einen alten Kopra-Sack benutzte ich als Decke, um mich vor der Kälte zu schützen.

            Irgendwann traf ich Menschen, die an Gott glaubten und mir sagten, dass er mich liebt. Weil es mir so schlecht ging, konnte ich diese Art von Liebe nicht wirklich verstehen.

            Ich entschied mich aber zu vertrauen. Ich vertraute darauf, dass Gott sich um mich kümmern würde, auch wenn ich in meiner Familie kein Zuhause mehr hatte.

            Dieses Vertrauen wuchs in mir und wurde zum Fundament meines Lebens. Ich bin stark in meinem christlichen Glauben und teile meine Geschichte mit anderen.

            Heute bete ich für Kinder, die wie ich auf sich selbst gestellt sind. Denkt daran: Gott hat sie lieb. In jedem Land der Welt sollen sie ein Zuhause haben.

            Das geschätzte Bevölkerungswachstum in Vanuatu ist eines der höchsten im pazifischen Raum.

            Mangelernährung ist ein Problem auf dem Land und in der Stadt. Die Familien bauen in ihren Gärten traditionell Obst und Gemüse an. Aber die Lebensmittelindustrie bedient immer mehr Menschen, auch Säuglinge und Kinder, mit Milchpulver und Fertiggerichten.

Liedruf 5: Hilf Hören und Handeln (Lied 24, CD, Teil 2)

Jacklynda: (Frau Lindemann)

Ich spreche für Jacklynda. Sie erzählt: Ich komme vom Dorf. Schon als kleines Kind träumte ich davon, im Tourismus zu arbeiten. Deshalb bin ich nach Port Vila gegangen, um eine Stelle im Gastgewerbe zu suchen. Aber ich habe dafür nicht die Ausbildung. Hier habe ich keine Familie. Ich lebe am Rande der Stadt. Ich habe kein Geld für eine ordentliche Unterkunft und richtiges Essen. Ich kann aber auch nicht in mein Dorf zurückkehren. Ich weiß, das ist nicht Gottes Plan für mich, aber ich weiß auch nicht, was ich sonst tun soll. Ich bete, dass die ländlichen Gebiete von Vanuatu mehr Beachtung finden, damit die Jugendlichen in ihren Dörfern die Möglichkeiten finden, die sie suchen. Ich vertraue darauf, dass Gott das Nötige schenken wird, damit junge Menschen sich entwickeln und zum Aufbau von Vanuatu beitragen können.

            75% der Bevölkerung leben auf dem Land, mit geringen Beschäftigungsmöglichkeiten. Deshalb wandern junge Menschen in Gebiete mit besseren wirtschaftlichen Bedingungen ab. Sie haben aber nur eine minimale Schulbildung und nicht die nötigen Kenntnisse, um in der Stadt eine Stelle zu finden. Die hohe Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen schafft eine Generation, die für sich keine Zukunft sieht. Das ist ein großer Verlust für das Land. Politische Maßnahmen und Entwicklungsprogramme für die ländlichen Gebiete sind notwendig, damit junge Menschen in ihrer Dorfgemeinschaft bleiben, dort ausgebildet werden und Arbeit finden können.

 

Liedruf 5: Hilf Hören und Handeln (Lied 24, CD, Teil 2)

 

Abschluss Statements: Wir selbst: (Bianca)

Auch wir sind eingeladen, unser Lebenshaus, unser Glaubenshaus

auf gutem und festem Grund aufzubauen.

Welche Worte Jesu sind wie ein Fundament in meinem Leben?

Was brauche ich für ein gutes Leben? Was macht es aus?

Was hilft mir in meinem Leben, Stürmen und Krisen standzuhalten?

Meine Beziehungen, meine Erfahrungen, meine Empfindungen

– was hält sie im Gleichgewicht?

Was trägt mich? Was gibt mir Halt?

Wo finde ich festen, guten Stand?

Worauf baue ich mein Leben?

 

Vertiefender Gesang – Lied: Ich will auf Gott bauen (Lied 27, CD, Teil 2)

 

Wir wollen Fürbitte halten: (Annerose)

Der Grund, warum wir hier sind,

lasst uns einen Moment innehalten,

diesen Moment,

um uns daran zu erinnern, warum wir hier sind.

Gongschlag

Erinnern wir uns an unsere Liebe

für diesen wunderbaren Planeten,

der uns nährt und trägt.

Gongschlag

Erinnern wir uns an unsere Liebe für die ganze Menschheit,

in allen Winkeln dieser Erde.

Gongschlag

Verbinden wir uns mit unserer tiefen Absicht,

all das zu beschützen – für uns selbst, für alle Lebewesen.

und für die Generationen, die nach uns kommen.

Gongschlag

 

Vaterunser: Überleitung (Bianca)

Lassen wir uns dazu auch von der kommenden Generation das Gebet zusprechen,

das Jesus uns als Erbe hinterlassen hat.

Lotta wird für uns nun stellvertretend das Vater unser beten.

 

Vater unser (Lotta)

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Friedensgruß (Armin)

Miteinander unterwegs zu sein,

das ist das Ziel der Weltgebetstage der Frauen:

Füreinander einzutreten für die Anliegen aus den Völkern und weltweit ist.

Eines der Anliegen, die uns weltweit verbinden,

ist der Wunsch nach Frieden und Schalom.

Wir können uns gegenseitig Hoffnung dafür machen.

Mit den Tasten * und 6 können wir nun wie an jedem Sonntag

unsere Telefonmikrofone freischalten.

Auch am Computer gibt es diese Funktion.

Schalten wir uns also frei und wünschen uns gegenseitig Kaft,

aktuelle Situationen, Herausforderungen und Bedrohungen zu bestehen

in Gemeinschaft untereinander und mit anderen:

Der Friede sei mit Euch!

 

Wir hören die Beiträge unserer #telefongottesdienst-Gemeinde.

 

Lied: Verwurzelt im Glauben (Lied 09, CD, Teil 1)

 

Meditation (Annerose)

Wir hören am Ende die Meditation "Worauf bauen wir?"

Geschrieben hat sie die Geschäftsführerin und

Theologische Referentin vom Weltgebetstag Dr. Irene Tokarski

 

Worauf bauen wir?

Diese Frage zum Weltgebetstag 2021 kommt von den Frauen aus Vanuatu.

Sie haben sich vom Abschluss der Bergpredigt inspirieren lassen, wo es heißt:

Wer meine Worte hört und tut, baut sein Haus auf Fels (Mt 7,24-27).

 

Nur zwei erste Plätze haben die knapp 300.000 Menschen am anderen Ende der Welt

in den letzten Jahren erobert:

Vanuatu ist das durch Naturkatastrophen am meisten gefährdete Land

und die Bevölkerung hat den internationalen Glücksindex angeführt.

Wie passt das zusammen? Worauf vertrauen sie?

 

Wir in Europa erfahren schmerzlich,

dass wir auf alte Gewissheiten nicht unbedingt bauen können.

Wir haben die Grenzen unserer Forschung, Medizin und unserer Wirtschaft erlebt

und wissen nicht, welche Erfahrungen noch auf uns warten.

 

Krisenmanagement ist etwas, was wir von den Menschen in Vanuatu lerne können.

Trotz immer stärkerer Wirbelstürme,

steigendem Meeresspiegel und Vulkanausbrüchen

vertrauen sie darauf „in Gott bestehen wir“ – so der nationale Leitspruch.

Und konkret? Sie legen sogenanntes Desaster Food, also Notfall-Vorräte an,

haltbar und vergraben, und nach Stürmen greifen sie darauf zurück – das gibt Zeit,

die meist einfachen Hütten gemeinsam wiederaufzubauen.

Nach dem Zyklon Pam 2015 wollten Journalisten

über die verzweifelten Menschen dort berichten – und waren verwirrt,

dass diese vor ihren zerstörten Hütten standen – und lächelten.

 

Worauf bauen wir?

Die Welt ist nicht mehr die gleiche, und das wird und muss uns verändern,

unsere Gesellschaft, auch unsere Kirchen.

Auf vieles haben wir noch keine Antworten, weil wir sie gemeinsam finden müssen.

Wir können nur auf Sicht fahren, dazu müssen wir in engem Kontakt stehen,

genau zuhören und entschlossen handeln, und zwar jetzt, nicht später.

 

Ankündigungen (Jan / Armin / Ulla)

Nächster Gottesdienst, Kar- und Ostertage, Kirchenraum,…

 

Kollektenansage und Projektvorstellung (Anne)

Der Weltgebetstag ist die größte und älteste weltweite ökumenische Frauenbewegung.

Wir wissen aus den vergangenen Jahren, wie wichtig es ist,

mit unserer Kollekte Zeichen der Liebe, des Friedens und der Versöhnung zu setzen.

So möchten wir Euch nun ein Projekt aus Vanuatu vorstellen:

Die Menschenrechtsaktivistin Anne Pakoa hat 2013 ein Mediennetzwerk gegründet.

In einem der Programme lernen junge Frauen z.B.,

wie sie die Wettervorhersagen aus dem Französischen oder Englischen

in eine der lokalen Sprachen übersetzen.

So können auch Menschen in entlegenen Gebieten rechtzeitig vor Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Wirbelstürmen gewarnt werden.

Das ist wichtig, damit die Frauen Vorkehrungen treffen

und sich und ihre Kinder in Sicherheit bringen können.

 

Die Bankverbindung findet sich auf der Hompage www.jugend-marienburg.de,

auf der Homepage des Dekanates Wittlich und ist auch im Internet leicht zu finden:

 

Spendenkonto

Weltgebetstag der Frauen e.V., Evangelische Bank EG, Kassel

IBAN: DE60 5206 0410 0004 0045 40

BIC/SWIFT: GENODEF1EK1

 

Sprecherin 1 Annerose: Hier ist das Radio Vanuatu mit dem Wetterbericht.

Sprecherin 1 Annerose: Sonne

Sprecherin 2 Ulrike: Dürre

Sprecherin 1 Annerose: Regen

Sprecherin 2 Ulrike: Überflutung

Sprecherin 1 Annerose: Wind

Sprecherin 2 Ulrike: Sturm

Sprecherin 1 Annerose: Erdbeben

Sprecherin 2 Ulrike: Tsunami        Zyklon

Sprecherin 2 Ulrike: Wie höre ich einen Wetterbericht?

Über welches Wetter freue ich mich?

Welches Wetter macht mir Sorgen?

Sprecherin 1 Annerose: Wie hören Frauen aus Vanuatu einen Wetterbericht?

Sehen wir die Welt auch durch ihre Brille!

 

Segen und Schluss (Bianca)

Lasst uns nun aufstehen und uns bewusst unter Gottes Segen und Schutz stellen.

Gott, lass Du mich stehen auf sicherem Grund,

aber auch gehen auf schwankendem Boden.

Unter Deinen Segen will ich mich stellen,

untern den Segen des Vaters, des Sohnes und der Heiligen Geistkraft. Amen.

 

Schluss (Bianca)

Gehet hin in Frieden. (kurze Pause)

Einen schönen Sonntag, eine gute, eine gesunde neue Woche allen!

 

Trotzdem wir unseren Gottesdienst nun heute Morgen gefeiert haben,

wollen wir zum Abschluss doch nicht auf das traditionelle Schlusslied verzichten,

das einfach zum Weltgebetstags-Gottesdienst gehört.

Von daher singen oder hören wir nun das folgende Lied:

Der Tag ist um, die Nacht kehrt wieder.

 

Schlusslied: Der Tag ist um (Lied 30, CD, Teil 2)

Weltgebetstag von Frauen aus Vanuatu

Worauf bauen wir?

2021 kommt der Weltgebetstag von Frauen des pazifischen Inselstaats Vanuatu.

„In Gott steht und gründet Vanuatu“ -so heißt es auf dem Landeswappen der 83 Inseln.

Wenn der Boden unter uns schwankt, fragen wir neu nach dem, was uns wichtig ist: Worauf bauen wir?

Wer weiß schon, wo Vanuatu liegt oder, dass es überhaupt existiert? Niemand hat Vanuatu auf dem Schirm und nur im Weltrisikogebiet steht der Inselstaat im Südpazifik an erster stelle. Mit 99,88 Prozent Wahrscheinlichkeit wird Vanuatu durch den steigenden Meeresspiegel, von Zyklonen, Erdbeben oder einem Vulkanausbruch heimgesucht.

 

 

Felsenfester Grund für alles Handeln sollten Jesu Worte sein. Dazu wollen die Frauen aus Vanuatu in ihrem Gottesdienst zum Weltgebetstag 2021 ermutigen. „Worauf bauen wir?“, ist das Motto des Weltgebetstags aus Vanuatu, in dessen Mittelpunkt der Bibeltext aus Matthäus 7, 24 bis 27 stehen wird.

Denn nur das Haus, das auf festem Grund stehe, würden Stürme nicht einreißen, heißt es in der Bibelstelle bei Matthäus.
Dabei gilt es Hören und Handeln in Einklang zu bringen: „Wo wir Gottes Wort hören und danach handeln, wird das Reich Gottes Wirklichkeit. Wo wir uns daran orientieren, haben wir ein festes Fundament – wie der kluge Mensch im biblischen Text. Unser Handeln ist entscheidend“, sagen die Frauen in ihrem Gottesdienst.
Ein Ansatz, der in Vanuatu in Bezug auf den Klimawandel bereits verfolgt wird. Denn die 83 Inseln im pazifischen Ozean sind vom Klimawandel betroffen, wie kein anderes Land, und das, obwohl es keine Industrienation ist und auch sonst kaum CO2 ausstößt. Die steigenden Wassertemperaturen gefährden Fische und Korallen. Durch deren Absterben treffen die Wellen mit voller Wucht auf die Inseln und tragen sie Stück für Stück ab. Steigende Temperaturen und veränderte Regenmuster lassen Früchte nicht mehr so wachsen wie früher. Zudem steigt nicht nur der Meeresspiegel, sondern auch die tropischen Wirbelstürme werden stärker. So zerstörte zum Beispiel 2015 der Zyklon Pam einen Großteil der Inseln, 24 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Wirbelsturm.

Weitere Informationen unter: www.weltgebetstag.de